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Ein Jahr – 365 Tage

Seit einem Jahr, wir können es selbst so recht nicht glauben, sträkeln wir nun schon mit vereinten Kräften gegen die Kälte auf Hamburgs Straßen an.

Zeit für einen Rückblick und viele große Dankeschöns:

Am Anfang waren die Stricknadeln – und die Idee. Aber würde das auch funktionieren können? Gutes tun mit Handarbeit?
Zwei rechts, zwei links, eine fallen lassen – wir probieren das jetzt aus!
Und haben gleich von Anfang an das ungeheuer große Glück gehabt, dass clubkinder und Wege aus der Einsamkeit e.V. Wade Hamburg uns bei den ersten Schritten begleitet und unterstützt haben.
Im Oktober 2017 an einem alten Holztisch saßen wir zu sechst oder siebt, beratschlagten über das „Wie“, das „Wo“ und einen Namen – den wir einer lieben Freundin und ihrer Eingebung verdanken.
Kurz darauf nahmen wir die erste Wollspende in Empfang, die uns ein herzensguter Freund aus den Wollvorräten seiner Mama und Oma zusammenstellte und von Hannover nach Hamburg fuhr. Eine facebook- und Webseite später gab es kein Zurück mehr. Geheimtipp Hamburg sei herzlichst gedankt wurde unser erstes offizielles Strick- und Häkeltreffen in In guter Gesellschaft ein grandioser Start und vom NDR.de – Hamburg Journal – begleitet.
Wie würde das werden, haben wir uns gefragt, das mit Fremden um einen Tisch herum sitzen, sträkeln und schnacken?
Es wurde wunderbar, so wie jedes einzelne Treffen, das folgen sollte.
Und immer, wenn wir das Gefühl hatten vor einem Problem zu stehen – wie zum Beispiel „Wo nur sollen wir uns das nächste Mal treffen?!“, fand sich wie von Zauberhand eine Lösung und so durften wir ins Schmidtchen einziehen, im Dezember noch im Erdgeschoss, aber schon im Januar wurde der Salon unser Zuhause.
Wie war das schön dort! Als besonders unvergesslich wird uns wohl die Februarveranstaltung in Erinnerung bleiben: 70 Paar fleißige Hände, Spenden über Spenden, unersetzliche Helfershelfer, die Wolle umzugskartonweise von der Schanze auf den Speicher, der damals noch als Lager herhalten musste fuhren-trugen, das Lachen, die Gespräche, Eure fröhlichen Gesichter, unser Maskottchen Wooltraud Wooligan, das uns geschenkt wurde..
Zwischendurch durften wir bass erstaunt miterleben, wie NDR Hamburg – 90,3 einen schönen Radiobeitrag möglich machte, NDR.de – Markt uns ebenso besuchte wie Noa4 TV und das Hamburger Wochenblatt einen Artikel über uns veröffentlichte und der Bürgerverein von St. Georg sowie Altona-Nord, ja sogar die oxmox, uns Zeilen widmeten.
Niemals hätten wir mit so viel Zuspruch gerechnet und wir sind ungeheuer dankbar!
Im Mai dann schließlich entschieden wir nach Hin- und Rückreihen der Überlegung, das Treffen ein, aber auch wirklich nur dieses eine Mal, ausfallen zu lassen, denn der dritte Sonntag im schönen Monat Mai fiel auf Pfingsten.
Wobei, so ganz ohne Sträkeln ließen wir auch den Wonnemonat nicht. Die clubkinder luden zum Schanzenzelt-Opening und wir durften mit dabei sein. Es war ein knallbunter Nachmittag, an dem wir von wunderbaren Menschen unser Leuchtschild geschenkt bekamen und der sich bis in den lauen Abend zog und an den wir besonders gern zurück denken.
Auch unser Logo entstand in diesen Wochen zwischen Frühjahr und Frühsommer – wie dankbar sind wir, dass eine gute Freundin mit Geduld und Zeichenstift bei der Entwicklung vier Geschmäcker in einen zu verbinden, half.
Im Juni dann begannen wir mit unserer Reihe „Stricken mit Programm“. Natürlich begleitet von einer gehörigen Portion Nervosität: Geht das? Sträkeln und gleichzeitig einem Vortrag lauschen?
Am Ende habt Ihr uns die Sorgen genommen, sagten doch viele von Euch, dass sie das Radio oder Musik anstellten, fern sahen oder ein Hörbuch laufen ließen, während der abendlichen Handarbeiterei.
Es würde sicher gut gehen und es ging Dank Hanseatic Help und den wunderbaren Menschen von Leben im Abseits e. V. im Juni ganz hervorragend. Nachdem Susanne und Doris den Bildband vorgestellt hatten, entspann sich zu unserer großen Freude sogar noch eine kleine Diskussion.
Im Juli hatten wir – wiederum – Glück. Zwar war es reichlich und wollklebrig warm, aber wir saßen mit selbstgemachter Limonade, Kuchen und viel guter Laune auf der kleinen Freilichtbühne in Planten un Blomen – mit freundlicher Genehmigung der Hamburg – meine Stadt, Bezirksamt Mitte.
Über die Sommerwochen erreichten uns vor allen Dingen Wollspenden und davon viele. Es musste dringend, sehr dringend nach der Ankündigung, es würden ein bis zwei Kubikmeter gebracht, ein Lager her. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Doch wie so oft in den vergangenen 12 Monaten, fügte sich plötzlich alles, öffnete sich eine Tür: einem Freund und gutem Herz zum Dank, stehen Woll- und Sachspenden sicher, warm und trocken in einem Keller untergebracht, zu dem wir jederzeit uneingeschränkt Zugang haben – das ist so viel mehr als sprichwörtliches Gold wert!
Auch hier wieder haben liebe Helfershelfer und starke Arme die Kisten und Kartons vom fünften wie dritten Stock in Autos geladen, sie zum Lager gefahren, ausgeladen – und das Ganze noch einmal von vorn, bis alles aber wirklich auch der letzte Faden von Speicher zu Keller und einmal quer durch die Stadt geräumt war.
Zwischen den monatlichen Treffen fuhren wir unserer Damen im Pflegestift Alsterkrugchaussee besuchen, nahmen schönste Spenden unsere „Woll-lustigen Damen“ von der Christuskirche Othmarschen im Austausch gegen Wolle entgegen, hießen den Club65 der Walddörfer Wohnungsbaugenossenschaft als Teil unseres kleinen Netzwerks willkommen, tauschten Woll- gegen Sachspenden mit Begegnungsstätte Billstedt – Vereinigung Pestalozzi, durften ein Seniorensommerfest in St. Georg besträkeln und plötzlich:
Zack, da war es schon August – wo ist nur das Jahr geblieben?!
Wir richteten uns in den Räumen der AWO Hamburg, Gefionstraße, ein und hier würden wir nicht nur im achten Monat des Jahres bleiben.
Die zwei schönen Lichtgestalten spielten auf, während wir zwischen Kaffee und Sonnenschein die Nadeln klappern ließen.
Im September dann hieß es dem Sommer langsam „Adieu“ sagen, aber nicht ohne ein letztes Mal Programm zu bieten. So durften wir den Texten von Ella Carina Werner und Jan Turner lauschen, derweil sich eine Masche an die nächste reihte.
Und nun steht der Oktober vor der Tür, das erste Jahr angefüllt mit Erinnerungen und wirklich Herzenswärme wie Dankbarkeit geht dem Ende entgegen, während das zweite schon ungeduldig mit den Hufen scharrt – denn natürlich haben wir noch viel, viel vor.
Nicht vergessen möchten wir, uns bei Hand-Werk und Liebenswichtig Sankt Pauli knicksend zu bedanken: dass Menschen ihre Spenden bei Euch abgeben dürfen ist schlicht wunderwoolig wunderbar!
Neulich hat man uns nach Lieblingsmomenten oder den schönsten Erlebnissen gefragt – wo sollen wir da anfangen?
Jeden Monat zu sehen, wie sich der Raum langsam füllt, jedes Paket, jede Karte oder Mail, jeder Anruf, jede Spende, jede Reaktion auf einen Post hier bei facebook oder Instagram zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht.
Bestimmt hat jede von uns Vieren ihre ganz persönlichen Lieblingserinnerungen. Und Ihr ja vielleicht auch? Wenn Ihr mögt, lasst uns einen Kommentar da, erzählt uns davon – wir würden uns freuen.
Oh, und zum guten Schluss noch dies:
Selbstverständlich feiern wir. Aber erst im November.

Ein Jahr – 365 Tage
Wooligans halten warm
Dank Euch und jedem/ jeder Einzelnen, die uns auf die eine oder andere Art unterstützt haben.

DANKE!

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